„Mädchen – traut euch!“

Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März haben wir mit unserer ehemaligen Teilnehmerin Deborah Djon zu ihrem Werdegang, weiblichen Vorbildern und Herausforderungen in ihrem bisherigen Karriereverlauf gesprochen. Deborah war im 8. proTechnicale Jahrgang und studiert seit 2019 Informatik an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Ihre Praxiserfahrung sammelt sie bei Nokia als Web Engineer.

1. Wie kamst du zu deinem Studien- bzw. Berufswunsch?

Ich finde Naturwissenschaften super interessant und fand, dass Informatik am besten zu mir passt. Ich wollte lange Zeit etwas Kreatives machen, da ich gerne zeichne und male. Nach meinem Praktikum im Rahmen von proTechnicale, in dem ich hauptsächlich Illustrationen angefertigt habe, wusste ich aber, dass ich das nicht professionell machen will. Für mich ist Zeichnen ein Weg, um Probleme kreativ mit gegebenen Mitteln zu lösen. In der Informatik macht man das auch. Hier sind die Mittel Logik und Programmieren anstatt Stift und Papier.

2. Was macht Dir an Deinem Job am meisten Spaß?

Am meisten gefällt mir das Programmieren. Es ist einfach super cool, Projekte aus dem Nichts zu erschaffen. Man braucht eine hohe Frustrationstoleranz, aber hat man ein Problem einmal gelöst ist die Freude groß… bis das nächste kommt (lacht). Konträr zum vorherrschenden Klischee, arbeiten Informatiker oft im Team. Große Projekte lassen sich nicht alleine lösen. Die Teamarbeit macht mir Spaß.

3. Wer hat dich in deinem Werdegang am stärksten unterstützt? Hattest du Vorbilder, die deinen Werdegang beeinflusst haben?

Ich würde sagen, dass mich meine Mutter immer so gut es ging unterstützt hat. Sie war alleinerziehend und hat ihre Aufgabe als Mutter sehr gut gemeistert. Weiterhin verdanke ich meiner Oma, dass ich immer eine Anlaufstelle hatte, wenn ich etwas brauchte, oder meine Mutter gearbeitet hat. Und ich habe viele gute Freunde, die mich immer unterstützen.

Ich muss allerdings sagen, dass ich mir auch viel alleine erarbeiten und erkämpfen müsste. Vorbilder hatte ich nicht wirklich viele. In meinem persönlichen Umfeld sowie in der Öffentlichkeit gab es damals wenige Menschen mit denen ich mich, aufgrund von Geschlecht, Hautfarbe und Werdegang, identifizieren konnte und zu denen ich aufgeschaut habe.

4. Mit welchen Herausforderungen hattest du während deines bisherigen Karriereverlaufs zu kämpfen?

Herausfordernd war es bis jetzt immer, alle meine Interessen neben der Universität und der Schule unter einen Hut zu bekommen. Jugendarbeit in der Kirche, Vertrauensschüler, Musik … das ist vom Zeitmanagement her oft ein Akt.

Die größte Herausforderung vor der ich auch immer noch stehe ist aber persönlicher Natur. Ich habe oft das Gefühl, dass ich nicht gut genug bin und hindere mich damit selber. Ich glaube, dass es viele Menschen, vor allem Frauen gibt, die dasselbe Problem haben. Hier ist es glaube ich wichtig, sich regelmäßig daran zu erinnern, was man alles schon geschafft hat und sich auf die positiven Dinge zu konzentrieren. Ich bin überzeugt, dass ich diese Herausforderung so meistern werde.

Deborah Djon, 8. proTechnicale Jahrgang

5. Wie beurteilst du die Geschlechterverhältnisse und deine Rolle als Frau in deinem Beruf?

Ziemlich unausgeglichen. Derzeit liegt der Frauenanteil im Informatikstudium deutschlandweit bei ca. 22% (Quelle: Statistisches Bundesamt). Was schon besser ist als in einigen technischen Studiengängen, wie beispielsweise Elektrotechnik (15%).

Merkt man auf jeden Fall, dass man in der Unterzahl ist. Allerdings sollte man nicht generalisieren. Heutzutage gibt es schon viel Awareness dafür, und Firmen bemühen sich, mehr Frauen einzustellen. Weiterhin gibt es viele Initiativen wie Moinworld oder proTechnicale, die sich für mehr Frauen in der Technik einsetzen.

6. Welche Empfehlungen hast du für junge Frauen, die sich für dein Berufsfeld interessieren?

  • Habt keine Scheu vor Mathe! Das gilt übrigens auch für Männer 😉.
  • Lasst euch nicht einschüchtern von all den Männern, die vermeintlich schon so viel können. Nicht jeder beherrscht schon 10 Programmiersprachen, bevor er mit dem Informatik Studium anfängt. Bei vielen Themen bringt einem das auch nicht viel. Einige Themen, vor allem die theoretischen, sind für einen Großteil der Studenten neu. Da seid ihr alle auf dem gleichen Level!
  • Scheut euch nicht, etwas zu sagen, wenn ihr euch ungerecht behandelt fühlt.

7. Und zu guter Letzt noch eine ganz persönliche Frage: Wenn Du eine berühmte Persönlichkeit – egal ob lebendig oder tot – treffen dürftest: Wer wäre es und warum?

Alica Keys. Ich bin einfach ein totaler Fan von ihr und bewundere ihre entspannte Ausstrahlung und starke Persönlichkeit.


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