Eine Woche lang CEO

Schon über zwei Monate ist es mittlerweile her, dass wir die Gelegenheit hatten, im Rahmen des WIWAG Unternehmensplanspiels in die Rolle von Vorstandsmitgliedern zu schlüpfen und unsere eigenen Unternehmen zu verwalten.

Um annähernd den realen Markt widerzuspiegeln, wurden dafür drei Sportschuhunternehmen in verschiedenen Preisklassen als Kostenführer, Mid-Ranger und Differenzierer gegründet.

Nach einigen Minuten, in denen diskutiert wurde, wie denn unsere Unternehmen heißen und wer welche Aufgaben übernehmen soll, kreierten wir „JascaRun”, „Arthemis AG” und „4S” und die Arbeit konnte losgehen. Gespielt wurden jeweils die Geschäftsjahre 10-15, wobei jeder Wochentag einem Jahr entsprach.

Jede von uns übernahm dafür die Aufgaben eines Vorstandsmitglieds. Von CEO und CCO war neben CFO, COO, CMO und CHRO alles vertreten. Schnell wurden wir zu Experten in unseren Gebieten, mussten Verantwortung übernehmen und plötzlich Entscheidungen über Werbung, Mitarbeiter und Gehalt treffen. Dies alles, obwohl wir bis zu dem Morgen gar nicht wussten, was genau die einzelnen Chief Officers denn so machen. 

Arthemis AG bei der Arbeit

Anfangs war diese Verantwortung eine echte Herausforderung, weshalb wir aufgrund Unkenntnis der Lage bei unseren Geschäftsentscheidungen erst mal irgendwelche Zahlen aufschrieben. Das spiegelte sich jedoch schnell in unseren Lagerbeständen, unserer größten Herausforderung, wider. So schwankten diese Bestände in den einzelnen Jahren gerne mal zwischen 0, 50.000, 95.000 und sogar 135.000, wobei unser gesetzte Zielgröße bei 5.000 lag. 

Trotz unserer anfänglichen Unwissenheit entwickelten wir mit der Zeit ein Gefühl für unsere jeweiligen Aufgaben, wodurch die Arbeit von Tag zu Tag auch mit neuen Gegebenheiten leichter wurde. Einige unserer Entscheidungen waren schon Mitte der Woche nicht mehr rückgängig zu machen. „Gesundschrumpfen” war daher die einzige sinnvolle Lösung, die es uns mit JascaRun und 4S halbwegs ermöglichte, wieder schwarze Zahlen zu schreiben oder uns zumindest zurück auf den Graphen brachte, auf dem die Zahlen von Artemis AG zu sehen waren. 

Obwohl zeitweise die Situation unklar war, sich die Tendenz unserer Unternehmen, im Markt zu bestehen und ein Verkaufshit zu werden, eher nach unten als nach oben bewegte, haben wir es geschafft. Im 15. Geschäftsjahr stieg auch endlich die Kurve, es ging aufwärts. So konnten wir am Freitag, unserem letzten Tag, auch unseren Aktionären im Rahmen der Hauptversammlung dies als positive Nachricht verkünden. 

Auch wenn unser Mid-Ranger, die Arthemis AG, zweifelsohne die stabilste Position auf dem Markt belegte, haben wir alle in dieser Woche viel gelernt. Jetzt wissen wir nicht nur viel über Steuern, Unternehmensstrategien und neue Arbeitswelten, sondern auch einiges über uns selbst, unsere Beziehung zur Wirtschaft, was uns liegt und was wir zukünftig lieber einem Steuerberater überlassen sollten.

Die erste Entscheidung ist immer die unsicherste, sie ist aber zugleich auch die Basis dafür, dass man wächst und für die Zukunft lernt – und dies haben wir auf jeden Fall getan.


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