Ab in den Süden

Manchmal reicht eben schon ein Ortswechsel mit neuen WG-Zusammenstellungen und einem abwechslungsreichen Programm, das mehr Freizeit lässt, um die Motivation exponentiell ansteigen zu lassen. Besonders nachdem diese nach den anstrengenden vorhergehenden Wochen voller fordernder Vorhaben auf den bisherigen Nullpunkt gefallen war.

Tage zählen, Kuchenverkauf, Tage zählen, Prüfungen, Tage zählen… – schließlich ging es Mitte Februar für uns nach Teningen, einen kleinen Ort in der Nähe von Freiburg. Die zweitägige Reise mit Auto oder Bahn kam dem Großteil zwischenzeitlich wie eine Urlaubsfahrt in den Süden vor. Das stündlich besser werdende Wetter trug sicherlich auch seinen Teil dazu bei, und besserte unsere Laune nach den vielen Regentage der letzten Wochen merklich.

Auch wenn uns das schlechte Wetter dann doch irgendwann wieder eingeholt hat, war die Zeit in Freiburg eine willkommene Abwechslung zum bisherigen Programm:

Mit Wirtschaftsethik lernten wir den philosophischen Teil von ProTechnicale kennen und hatten die Möglichkeit, im neuen Umfeld über alle möglichen Fragen der Philosophie, Unternehmensethik und Unternehmensführung diskutieren. Diskutiert haben wir über weit mehr als nur in der Technik relevante Themen, und viele haben das Seminar nach drei Tagen anders verlassen, als sie gekommen sind. Denn auch wenn man bei einem solchen Seminar sicher nicht unbedingt seine Lebenseinstellung verändert, so ist hat man vermutlich doch den Blick über den Tellerrand genossen.

Ansonsten konnten wir auch unser mathematisches Wissen nach zwei Tagen, an denen wir erst etwas verwirrt waren und danach umso mehr verstanden haben, erweitern. Nachdem wir uns seit dem Abi nicht mehr wirklich intensiv mit Mathe beschäftigt hatten, haben wir es sehr genossen, mal wieder ein paar mathematische Probleme lösen zu können.

Nicht nur Mathe hat uns viel Freude bereitet, sondern auch die zwei Workshops zum Programmieren, die beide sehr unterschiedlich waren. Zum Beispiel: den Lego Mindstorm NXT-Roboters so programmieren mit der NXC Sprache, dass dieser mit seinen verschiedenen Sensoren eine Acht fahren, bei Hindernissen umdrehen oder die dunklen Steine auf dem Schulboden zu zählen kann; die Messdaten von einer Gewitterwolke (Cumulonimbus) mithilfe von Python auszuwerten. Nach dem zweiten Programmierworkshop konnten wir nicht nur mit einfachen Pythonbefehlen Diagramme von den Messdaten der Gewitterwolke erstellen sondern auch erkennen, ob die Wolken am Himmel aus flüssigen oder gefrorenen Wassertropfen bestehen.

Im Schweißworkshop konnten einige endlich mal wieder ihre kreative Seite ausleben und etwas Praktisches machen. Erst einmal haben wir gelernt mit Draht umzugehen und viele kleine Figuren und Blumen geformt. Beim Schweißen mit Schrott sind viele Kunstwerke und praktische Gegenstände entstanden, wie zum Beispiel ein Auto mit Spoilern, eine Laptopablage, ein Buchhalter oder ein Drache. Zusätzlich haben wir auch ein bisschen geschmiedet. Wir konnten auf jeden Fall alle neue Erfahrungen machen und teilweise sogar Ängste überwinden.

Und das Vocal Coaching sorgte zwischendurch für Abwechslung, ließ uns persönliche Grenzen überwinden und unseren Kopf mal entspannen.

Außerdem waren wir drei Tage auf dem Baden-Campus und haben viele neue Informationen über Start-ups gelernt. Dabei haben wir Methoden dazu erlernt, wie man ein Start-up gründet und wie man ein Start-up weiterentwickelt. Bei einer solchen Weiterentwicklung am Start-up „Between the lines“ durften wir helfen und haben eine Menge Erkenntnisse gemacht. Vielleicht gründet ja einer von uns später einmal ein Start-up! Auf jeden Fall haben wir schon einmal eine Basis dafür und können einige Probleme bei der Gründung und Entwicklung schon mal verhindern. In den drei Tagen hatten wir auch an einem Abend einen Speeddatingrunde mit Frauen, die entweder bei f.u.n.k.e. future GmbH arbeiten oder selbst ein Start-up gegründet haben. Während dem Speeddating kamen viele spannende Themen zur Sprache.

Leider ging die Zeit in Freiburg viel zu schnell zu Ende und dann hieß es wieder Koffer packen. Jedoch nicht nach Hamburg sondern aufgrund der Corona-Krise erstmal nach Hause. Seit Mitte März sind wir nun getrennt und können uns jetzt leider unerwartet nur noch digital sehen.


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