Ein neues, verrücktes Jahr beginnt!

Heute vor genau einem Monat, am 27. September 2019 sind wir, der neunte ProTechnicale-Jahrgang, in die projekteigenen WGs in Neuenfelde eingezogen. Unsere anfangs neunköpfige Gruppe hat inzwischen Zuwachs aus Ecuador bekommen, ist aber voraussichtlich erst Ende November vollzählig.

Die Kennenlernwoche war bereits sehr ereignisreich. Nachdem wir gleich in den ersten Tagen unsere Nachbarn mit selbst gebackenen Flugzeugplätzchen bestochen haben, haben wir uns bei einer Rallye durch das Zentrum für angewandte Luftfahrtforschung (ZAL) ein hartes und knappes Duell geliefert. Danach haben wir bei einem mindestens genauso harten Pizzaessen – jedenfalls für alle, die nicht unempfindlich gegenüber unerwartet mörderisch scharfer italienischer Streichsalami sind – alle Feindseligkeiten beiseite gelegt.

Mit der Fähre zur HAW

Dass es in der nächsten Woche erst richtig ernst wurde, war uns spätestens dann klar, als wir um sieben Uhr morgens im Bus zur zwei Stunden entfernten HAW Hamburg (Hochschule für angewandte Wissenschaften) saßen. Dann haben wir den Alltag im Studium kennengelernt, wobei uns während der Vorlesungen Mathe I und Umformtechnik besonders die Ähnlichkeit des Hochschulalltags zum Schulalltag aufgefallen ist. Außerdem haben wir verschiedene Vorlesungen der Studiengänge Maschinen- und Flugzeugbau besucht und das Mensaessen ausprobiert (1/5 Flugzeugsterne + 2 Sterne für Prinzenrolle, die aber zu einem dauerhaft hohen Prinzenrollenkonsum in unserer Gruppe geführt hat). Bei der Führung durch die Labore der Hochschule hat das Robotiklabor bei uns am meisten Eindruck hinterlassen.

Dementsprechend war die Begeisterung groß, als wir in der darauffolgenden Woche am zweiten Tag an der Hochschule Bremen den Roboter mBot selbst programmieren durften. Dabei hat der rosa mBot Kevin seinen Teil zur allgemeinen Aufheiterung nach einer langen Woche beigetragen. Auch in Bremen haben wir natürlich die lokalen Spezialitäten getestet (4/5 Flugzeugsterne).

Um zu sehen, was uns so ein Studium überhaupt bringen könnte, haben wir uns verschiedene Unternehmen angeschaut. Als erstes waren wir bei Lufthansa Technik, wo wir eine Werksführung bekommen haben, bei der uns besonders die für wohlhabende Bürger mit besonderen Ausstattungswünschen angefertigten Luxusflugzeuge fasziniert haben. Abgesehen vom guten Essen (5/5 Flugzeugsterne) haben uns die Turbinen mit ihrer Komplexität begeistert. Um einen noch besseren Einblick in die Berufswelt zu bekommen, haben wir in einer Speeddating-Runde mit vielen verschiedenen Mitarbeiterinnen von Lufthansa Technik gesprochen, wobei wir auch einen besseren Überblick über das Unternehmen bekommen konnten.

Weil uns dieser Ausflug so gut gefallen hat, hatten wir in den nächsten Tagen auch eine Führung über den Hamburger Flughafen. Dabei haben wir viel über die Ökobilanz des Flughafens erfahren und die dort ansässigen Bienen besucht.

Die Flugzeugerfahrung wurde mit dem Flugsimulator im SchoolLab an der TU Harburg vervollständigt, wo wir gelernt haben, was beim Steuern eines Flugzeugs alles beachtet werden muss. Bei der Gelegenheit haben wir, wie immer, das Mensaessen gekostet, das aber leider nicht ganz mit dem der Lufthansa Technik mithalten konnte (4/5 Flugzeugsterne – aber sehr preiswert!).

Außerdem haben wir einen Tagesausflug zu dem Autobatterienhersteller Clarios nach Hannover unternommen. Dort haben wir während einer Werksführung durch die Produktion und eines Speeddatings mit erfolgreichen Frauen der Firma ganz andere, aber nicht weniger interessante Bereiche der Ingenieursberufe kennengelernt. Nach einem spannenden und informativen Vortrag wissen wir nun genau, wie Batterien funktionieren und hergestellt werden. Das Essen konnte unseren Erwartungen sogar nach den Erfahrungen mit Lufthansa mehr als gerecht werden, da für jeden Geschmack etwas Leckeres dabei war – gar nicht so einfach bei Vegetariern, Teilzeit-Veganern und Fleischessern. (5/5 Flugzeugsterne)

Ein besonderes Highlight bei jedem Unternehmens- oder Hochschulbesuch waren die Werbegeschenke, dank denen wir uns wohl nie wieder Kugelschreiber, Notizblöcke oder Schlüsselbänder kaufen müssen und die für gerne gesehene Abwechslung auf unseren Schreibtischen sorgen.

Anders als es hier scheint, waren wir aber nicht immer nur auf Ausflügen und haben Essen gekostet und professionell bewertet, sondern haben auch an Workshops im ZAL teilgenommen, wie zum Beispiel SCRUM, Business Knigge – wo wir gelernt haben, wie man höflich ist und gekonnt Smalltalk betreibt, um optimal auf unser Airbus-Praktikum vorbereitet zu sein – und Rhetorik, wo wir uns beim aktiven Zuhören wie angehende Therapeutinnen vorgekommen sind. Allerdings wurde uns nicht nur im Rhetorikunterricht bewusst, wie wichtig Kommunikation ist. Auch im WG-Leben kann es ansonsten besonders bei den Themen Essen, Putzen, Schlafenszeiten und Sport zu Konflikten kommen. Nur beim allabendlichen Suchten der Serie White Collar sind wir uns immer einig.

Außerdem beginnt im nächsten Monat für uns alle ein langersehnter Teil von ProTechnicale: das Praktikum bei Airbus. Darauf freuen wir uns sehr, einerseits, weil so unsere morgendliche Fahrradtour verkürzt wird und andererseits, weil wir natürlich gespannt sind, was hinter den Kulissen dieses bekannten Flugzeugbauers eigentlich passiert.

Mit diesem Ausblick verabschieden wir uns.

Euer mehr ans Essen als an Technische Fragen denkender 9. ProTechnicale Jahrgang


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