Und auf in ein neues Praktikum

Der achte proTechnicale Jahrgang ist nun über die ganze Welt verstreut: im Auslandspraktikum.

Sechs Wochen sind wir jetzt getrennt voneinander und müssen uns in fremden Städten mit (oft) unbekannten Sprachen zurechtfinden. Neben dem normalen Leben sind wir alle auch in unserem Praktikumsbetrieb gut beschäftigt. Die Fächerung der Themen ist dabei wie immer sehr breit. Von der Forschung an der Universität bis zur Indusrie ist alles vertreten.

Ein paar von uns sind auch in Deutschland geblieben, da sie dort Praktikumsplätze gefunden haben, die eine Menge an spannenden neuen Erfahrungen versprechen.

Ein Beispiel für so ein Praktikum in Deutschland ist beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in der Abteilung Systemachiteckturen in der Luftfahrt. In dieser Abteilung werden unter anderem neue Designs von Flugzeugen entworfen und viele Berechnungen angestellt, was dieses Fluzeug denn nun kann und ob es besser ist, als die, die wir momentan am Himmel sehen. Natürlich werden dabei auch Alternativen zu Kerosin bedacht, wie zum Beispiel die Brennstoffzelle. Und auch Fluglärm ist hier ein wichtiges Thema.

Bei dieser Arbeit träumt man nicht einfach vor sich hin und malt Flugzeuge in ein Skizzenbuch. Das ist vielleicht nur der Anfang. Man hat eine Idee, wie es besser sein könnte und dann beginnt erst die Arbeit. Man spricht mit vielen Experten und versucht so, das Modell immer besser werden zu lassen. Es werden Bücher nach Formel und Berechnungsmethoden gewältzt. Alle Methoden werden miteinander verglichen, um die präzisiste zu finden, denn die Berechnungen sollen ja möglichst genau sein. Mit verschiedenen Programmen wird dann aus dem Zahlenwirrwar ein Flugzeug simuliert. Immer wieder werden Dinge am Flieger perfektioniert, bis man zufrieden ist mit dem Ergebnis. Dann gilt es natürlich auch die Flugzeugbauer davon zu überzeugen, diesen Flieger zu produzieren. Deshalb werden diese gleich mit in den Entwicklungsprozess integriert.

Eine andere von uns ist momentan in Tallinn, der Hauptstadt von Estland und macht ihr Praktikum dort an der Uni. Spannend ist hier vor allem, dass Forschungsumfeld zu sehen. Viele verschiedene Kleinstaufgaben, die zu einem großen Ganzen führen: Bei Meteorologie denkt man ja vielleicht vorwiegend an Wolken anschauen und die Stirn beim Beobachten der Messinstrumente kraus ziehen. Die Stirn wird tatsächlich öfter kraus gezogen, aber nicht, weil man die Messinstrumente anschaut, sondern weil man auf den Computer starrt und die Welt nicht mehr versteht. Denn alle erfassten Daten werden in der numerischen Meteorologie mithilfe von Computerprogrammen, wie zum Beispiel GrADS und CDO,s aufbereitet zu, zum Beispiel, aussagekräftigen Karten. Und um der Datenmenge herr zu werden, ist das ein nicht ganz einfaches Unterfangen. Auch trotz der vielen Zwischenfälle beim Umgang mit den verschiedenen Programmen lernt man jeden Tag viel Neues und wird immer besser darin, anfallende Probleme zu lösen. „Try and Error“ ist die anfängliche Arbeitsdevise, die irgendwann umschlägt in „Ach ja, das kenn ich schon …“. Alle ausgewerteten Daten werden dazu genutzt, Auffälligkeiten und Probleme herauszuarbeiten und dadurch potenzielle Lösungen zu finden.

Übrigens, der Unicampus der TalTech University ist das Testfeld für kleine autonome Roboter, die einem das Essen bringen… Nur mal so als random fact.

Mit der Unterstützung von Arbeit und Leben und interneurope ist eine kleine Gruppe von uns nach Nordirland, Belfast gezogen. Mit dem bevorstehenden Brexit sind wir vermutlich erst einmal die letzte proTechnicale-Gruppe, die hier ihr Praktikum absolvieren wird, aber dafür wird der nächste Jahrgang eine andere interessante Stadt entdecken können. Zusammen wohnen wir hier in einem kleinen Haus in dem „Queen’s Quarter“ – dem Universitaetsviertel von Belfast. Mit gut zu erreichenden Lebensmittelläden, einer guten Anbindung zum Stadtzentrum und einem nahegelegenen Schwimmbad, sind wir gut gelegen.

A visit to Dublin’s famous Temple Bar

Neben dem Erkunden von (Nord-)Irland (ein anderes Land kennenzulernen war schließlich auch ein Teil des Reizes des Auslandspraktikums) verbringen wir natürlich den Großteil unserer Zeit hier in den jeweiligen Unternehmen, die wir für diese sechs Wochen begleiten.

Das Praktikum sieht für jede von uns anders aus. Die meisten von uns verbringen ihre Zeit dieses Mal in einem Start-up – von dem Unternehmen her das komplette Gegenteil zu unserem ersten Praktikum bei Airbus – mit nur einer Teilnehmerin etwas außerhalb von Belfast in der Ingenieursabteilung eines mittelstaendischen Unternehmens. Mit einem kleineren, flexibleren Betrieb kommen natürlich auch andere Möglichkeiten und Angebote, was unsere Aufgaben angeht sowie Angebote Events zu besuchen, wie diese Woche zum Beispiel das Halbfinale von „Invent 2019“ statt.

Datenanalyse in unterschiedlichen Formen spielt auch in diesen Praktika eine Rolle, sodass teilweise im Vorhinein erarbeitete Pythonkenntnisse angewendet und ausgebaut werden konnten. Auch andere Vorkenntnisse, wie die Arbeit mit CAD oder die in „Technischer Kommunikation“ erlernten Kenntnisse finden in diesem Praktikum Anwendung. Auch, wenn es hier weniger Bezug zur Luft- und Raumfahrt gibt, lernen wir neue, spannende Bereiche und Themen kennen, die hoffentlich in der Zukunft auch noch Anwendung finden werden.

So, wir hoffen, euch damit einen kleinen Einblick in die bunte Welt der Praktika, egal, ob im Inland oder Ausland, geben zu können.

Mit Liebe gemacht

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